Short Message Service in Deutschland

Das "Simsen", also das Versenden von SMS-Nachrichten, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Formen der Massenkommunikation entwickelt. Hinter dem Kürzel SMS verbirgt sich der englische Begriff Short Message Service, zu Deutsch: Kurznachrichtendienst.
Die Entwicklung des Short Message Service begann 1987 und sollte als wichtiger Zusatzdienst neben dem Telefonieren und dem Datentransfer im Rahmen des standardisierten GSM-Mobilfunknetzes für Handys eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stand dabei die Übertragung alpha-numerischer Nachrichten von bis zu 160 Zeichen. Die Planungen und Marktstudien gingen zu jener Zeit von einer rein geschäftlichen Nutzung aus, die prognostizierte Nutzung lag bei ca. 14 Millionen verschickter Nachrichten zur Jahrtausendwende. Der private Nutzer kam bei diesen Studien nur am Rande vor und spielte keine bedeutende Rolle.
Die Einführung des Short Message Service erfolgte schließlich 1993, in Deutschland stand der SMS-Dienst ab 1994 zur Verfügung. Interessanterweise wurden in den Anfangszeiten des Short Message Service teilweise noch menschliche Operatoren zwischengeschaltet, die eine mündliche Nachricht entgegennahmen und diese dann erst in Schriftform brachten. Eine heutzutage kaum glaubliche Episode der SMS-Historie.

Wie erwähnt ging man Ende der 1980er-Jahre von ungefähr 14 Millionen verschickten SMS-Nachrichten aus. Die atemberaubende Entwicklung des Short Message Service war eine Erfolgsgeschichte, parallel zur rasanten, weltweiten Verbreitung des Handys. Bereits 1996 wurden 41 Millionen SMS in Deutschland verschickt, im Jahr 2000 ungefähr 11 Milliarden! Heute liegt die Rate bei über 20 Milliarden verschickten SMS-Nachrichten.
Wie kam es zu dieser Entwicklung? Einerseits war der weltweite Siegeszug mit immer preisgünstigeren Mobilfunk-Endgeräten eine Grundlage dafür. Zum anderen unterstützte die immer komfortablere Bedienung der Handys den Erfolg, Texteingabehilfen erleichtern bis heute das "Simsen".
In den Anfängen des Mobilfunktelefonierens waren zudem die Gebühren beim Telefonieren mit dem Handy wesentlich teurer, als der Nachrichtenversand im Short Message Service. Besonders die private Nutzung beschleunigte diese Entwicklung. Das Aufkommen von sozialen Netzwerken (social communities) und die damit verbundenen neuen Formen der Massenkommunikation taten ein Übriges. Schnelle Verabredungen, kurzfristige Veränderungen im geplanten Tagesablauf mussten dem privaten Umfeld gegenüber kommuniziert werden. Und dies schnell, günstig und gelegentlich auch unbemerkt.
Mit der Eroberung des Mobilfunkmarktes durch internetfähige Handys und Smartphones werden neue Kommunikationsdienste den Short Message Service weiterentwickeln. Beispiel hierfür ist der Multimedia Messaging Service (MMS), also der multimedialer Datentransferservice zum Versand von Bildern und Videosequenzen an mobile Endgeräte oder an E-Mail-Accounts.